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Gott hätte mir diese Last nicht auferlegt wenn er nicht sicher wäre, dass ich sie tragen könnte.

Das ist das einzige, was mir momentan im Bezug auf die ganze Situation schlüssig erscheint.

Er fehlt mir so. Der Mann den ich liebe, und der völlig unerwartet auch mich liebte. Nie hätte ich noch damit gerechnet, dass wir einmal miteinander schlafen würden... und dass es so vollkommen sein würde. Ich hätte ihn sofort geheiratet, und am besten sofort ein Kind. Das wollte er in jener Nacht... zeitlich war es ein Volltreffer. Doch das Unterleibsziehen seit zwei Tagen zeigt mir untrüglich, dass da nur eines eindeutig bevorsteht.

Also dieses Geschenk wird es nicht geben.

 Ob ich ihn jemals wiedersehen werde?

 

Lieber Gott, mach, dass er glücklich wird.

4.2.10 21:24, kommentieren

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Nacht

Ich mag es, dass die Tabletten mich mitten in der Nacht fast immer kurz wach werden lassen... so wie jetzt. Alles ist dann so wohlig.
Heute war ich zur Weihnachtsfeier auf WG 8. Mir war davor etwas mulmig, sollte ich doch zum ersten Mal auf die inzwischen wissenden Kollegen treffen. Aber niemand hat etwas blödes gesagt. Soweit waren sie alle nett zu mir. Wahnsinn! Hab ich das verdient? So ganz hatte ich das nicht erwartet. Aber es freut mich! Und es erleichtert ungemein.
Immerhin finde ich inzwischen, egal wie sehr ich etwas auch falsch gemacht habe, ich muss mir von niemandem und auch nicht von meiner Chefin sagen lassen, dass ich menschlich das Letzte bin. Aber das behalte ich mal lieber hübsch für mich.
So war der Abend auch ganz nett. Ich hab mich bemüht sehr fleißig zu sein. Die Kids wissen nun Bescheid. Große Freude kam nicht auf, sie waren eher überfahren von der vorausgegangenen Info, dass Rebekka Ende des Monats gehen wird.
Ich denke, das wird schon okay werden. Auch wenn ich hoffe, dass es schnell vorbei ist - und ich wieder all meine Energie und Motivation in die Arbeit auf der Tagesgruppe stecken kann.
Mein Traumjob - mit Traumkonditionen :-)
Auf dem Weg zum Auto wurde ich wieder bestätigt als Dave mir erzählte, er müsse morgen den dritten Tag in Folge arbeiten obwohl er eigentlich frei hätte... Ich verstehe es nicht! Genau das will ich nicht mehr! Genau das bringt die Menschen dazu zu gehen... oder nicht?
Gestern hab ich in Zwiefalten mein Häs geholt. Ich war richtig stolz als ich es zum ersten Mal an hatte. Wer hätte das jemals gedacht!? Gerold interessierte sich freilich ausschließlich für Nick im neuen Kostüm. Später meinte er aber doch er sehe sich schon ganz stolz mit einem schönen Rälle auf jeder Seite. Wir sind dann noch alle Termine durchgegangen und ich hoffe einfach, dass ich möglichst oft doch mit kann! Ich freu' mich so!
Ich sollte dann noch zum Essen bleiben, und es war wieder sehr nett und vertraut und würde irgendwie passen... Aber immer wieder muss ich feststellen, dass man scheinbar tatsächlich in einen 15jährigen Jungen verliebt sein kann und Frauen nur als existent wahrnimmt. Unglaublich. Aber eben wahr.
Bein Bonprix habe ich mir vorhin eine Skijacke und eine Skihose bestellt für die Freizeit. Und noch ein paar T-shirts und eine Hose in Kurzgröße. Hoffentlich passt die!
Und was mich besonders freut und überrascht - meine Nachschub-Bestellung wurde genehmigt! Somit dürfte auf jeden Fall die Freizeit gesichert sein. Xeni weiß es immer noch nicht... ich muss es ihr dringend sagen!
So, nun noch eine nächtliche Zigarette und dann rolle ich mich noch ein paar Stündchen in dieser süßen Behaglichkeit ein, während draußen dünne Flocken vom Himmel fallen und es klirrend kalt ist.
Hach, das Leben ist schön!
Komme, was da wolle!

21.12.09 03:04, kommentieren

Es ist Abend

Ich bin ziemlich träge und spät in diesen Tag gestolpert. Das lag sicher zum einen an den Tabletten, zum anderen auch daran, dass ich mich immer noch klein und beschämt fühle.
Es gibt einen Weg, ein wenig Ordnung in mein Kopfchaos zu bringen: Witzigerweise stelle ich immer wieder Parallelen zum Zustand meiner Wohnung fest. Und die sah in den letzten Tagen wirklich aus wie ein Schweinestall. Seit letzten Mittwoch - als ich das ursprünglich definitive Wechseldatum erfahren hatte - habe ich praktisch nichts mehr gemacht. Als ich am Dienstag über den Mittag nach Hause gekommen war um mich von dem Schock zu erholen, dass wie erwartet nichts mehr geändert werden kann - da habe ich all meine wunderschöne Weihnachtsdeko die ich so sehr liebe zusammen gepackt.
Ich habe sie nicht wieder ausgepackt. Sie liegt noch immer recht lieblos in Klappkörben im Schlafzimmer. Einzig den Adventskranz werde ich bis Sonntag stehen lassen, immerhin hat Mama ihn für mich gemacht. Dann brenne ich alle Kerzen komplett ab und entsorge ihn. Der Baum ist auch von Mama... aber ich will ihn nicht neu dekorieren. Morgen möchte ich ihn in kleine Teile zersägen und bis nach den Feiertagen im Keller deponieren.
Wer weiß, wie viel ich über die Feiertage und zwischen den Jahren arbeiten muss. Und in der Nacht auf den 2. Januar fahren wir dann schon nach Tschechien. Bis dahin möchte ich mit allem fertig sein, alles geputzt haben und die Deko komplett im Keller. Und vielleicht bleibt mir noch etwas Zeit zum Genießen. Ich fürchte, es kommen sehr, sehr harte Zeiten auf mich zu...
Heute habe ich die Fenster im Wohnzimmer geputzt und wieder die Vorhänge angebracht. Den Sims habe ich schlicht mit ein paar Pflanzen und Kerzen dekoriert. Auch die Küche ist geputzt. Morgen möchte ich bei Mama die bestellte grüne Gardine abholen und aufhängen. Das sieht sicher sehr schön aus!
Meine Büroecke ist noch ein großes Chaos und auch Flur und Bad muss ich morgen noch gründlich putzen. Außerdem muss der Müll runter, die Schmutzwäsche zu Mama, die Pfandflaschen weggebracht werden. Und ich habe noch eine lange Einkaufsliste.
Morgen kommt Papa aus der Kur wieder. Ich freue mich so! Und Mama erst. Am Mittag fahre ich nach Zwiefalten und bekomme mein Leihkostüm. Das wird sicher ein Spaß... ich hoffe nur, mir bleibt auch etwas Zeit es überhaupt zu tragen.
Eben habe ich 400mg geschluckt. Die brauche ich jetzt um schlafen zu können. Ich hoffe nur, ich komme morgen trotzdem wie geplant um 6:30 Uhr aus den Federn! Damit ich hier überhaupt fertig werde...!

18.12.09 22:35, kommentieren

Wunder gescheh'n!!!

Tief in meinem Inneren habe ich es mir sicherlich noch immer so sehr gewünscht, die Hoffnung war noch nicht erloschen... aber wirklich erwartet habe ich es nicht mehr.
Und doch wurden wir gestern nochmal zur Chefin ins Büro zitiert, beide. Mit mir ist sie offensichtlich fertig. Menschlich das letzte, unfachlich, unqualifiziert... so beurteilte sie mich, offensichtlich stinksauer. Natürlich tat mir das sehr weh. Ich wollte keinen Fehler machen, ich wollte keinem Ärger bereiten. Aber ich habe es getan. Den Rest des Gesprächs sprach sie eigentlich nicht mehr zu mir, nur mit ihm. Ich darf bleiben. Ich darf wirklich bleiben!! Der Kompromiss ist jedoch, dass ich so lange parallel auf WG 8 aushelfen muss bis dort wieder jemand gefunden und eingearbeitet ist. Sie sprach mal von mindestens 01.02. - ich rechne mal mindestens mit Sommer.
Ich war sprachlos. Zum einen konnte ich es erst mal wirklich nicht fassen. Zum anderen war ich nach dem deutlichen Anschiss doch sehr klein. Außerdem war ich völlig zugedröhnt um den schlimmsten Schmerz und vor allem die Tränen von mir zu halten.
Ich schäme mich abgrundtief für alles was passiert ist. Ich war gekommen um ihm den Rücken frei zu halten - nun muss er das für mich tun während ich irgendwie zwei Jobs gleichzeitig meistern muss. Wie ich das machen werde weiß ich noch nicht. Aber ich werde das schaffen!! Koste es was es wolle. Ich werde hoffen, dass es nicht allzu lang dauert. Ich werde mich für diese Zeit von allen persönlichen Wünschen und Belangen trennen. Und ich werde dafür sorgen, dass ich immer genügend Tabletten oder Tropfen bei mir habe. Dann schaffe ich es!! Und wenn es nur ein kleiner Teil ist um alles, was ich angerichtet habe wieder gut zu machen. Meine Chefin hat angeordnet, dass ich hinsichtlich meiner Motivation genauestens beobachtet werden muss. Und wenn ich Fehler mache müssen diese ihr sofort gemeldet werden. Ich komme mir vor Dreck - aber dazu habe ich mich wohl selbst gemacht. Aber auch darüber kann Gras wachsen, darüber wird Gras wachsen. Das hoffe ich so sehr.
Alles wird gut. Wunder gescheh'n.
Ich habe einen großen Fehler gemacht - aber ich habe die Chance, ihn zumindest ein wenig wieder auszubügeln. Sicherlich habe ich die Anerkennung und das Wohlwollen vieler Menschen verloren. Aber es muss jetzt weitergehen. Es wird weitergehen! Ich werde es schaffen. Gerold steht hinter mir (ich weiß gar nicht, wie ich DAS jemals gut machen kann...! Er hat sogar seine Kündigungsgedanken sofort wieder begraben weil ich bleiben darf...). Und Mama hat mir jede Unterstützung zugesagt für die Zeit in der ich zweigleisig arbeiten muss. Sei es zum Auskotzen oder Ausheulen oder auch ganz Praktisch: Putzen, Einkaufen, Katzen füttern. Ich bin in all dem Schlamassel doch ein Glückskind!
Kurz nach dem Gespräch bei der Chefin kam Tanja. Offensichtlich auch sauer und enttäuscht, vor allem auch menschlich. Sie hat sicher Recht mit allem was sie sagte. Ich tue mir nur nach wie vor mit ihrer eigenen Unfehlbarkeit sehr schwer. Sie hat noch nie einen Fehler gemacht, sie hat irgendwie alles im Griff und kann alles.
Vor der Begegnung mit Sabine habe ich besondere Angst. Sie wird sicher auch sehr böse sein. Verständlicherweise. Nun, ich habe wohl auch viel Glas zerschlagen was sich nicht wieder verkleben lässt.
Am Sonntag bin ich zur Weihnachtsfeier eingeladen, dann werde ich sehen. Die Geschenke, die ich schon seit langer Zeit für alle gekauft habe, die werde ich dennoch mitnehmen. Ob sie sie annehmen, das kann ich nicht beurteilen.
Und ich weiß auch nicht wie meine Zeit dort werden wird. Es wäre wohl nachvollziehbar wenn man es mir besonders schwer macht. Aber ich will es schaffen, ich will so gut sein wie ich nur irgend kann. Am besten so gut, dass es ihnen am Ende um mich leid tut... ja, das will ich!
Und dann werde ich all meine Energie in diesen einen Job stecken, den ich inzwischen so liebe und fast verloren hätte. Der Job, der mir Spaß macht - und mich aber darüber hinaus auch am Leben lässt.
Ich bin unheimlich erleichtert, dass ich ihn behalten kann. Verdient habe ich das wohl nicht. Aber ich bin so dankbar. Und ich werde auch das Versprechen nicht vergessen welches ich Gott gegeben habe...
Momentan drückt mich ganz klar noch die Sorge über das, was da auf mich zukommt. Ich will versuchen, mir auch durch das Schreiben hier Erleichterung zu schaffen.
Ich möchte wieder schätzenswert werden. Irgendwie, irgendwo, irgendwann...
Es geht also los. Ob das bißchen Aufputschen eben wohl einen Wert hatte? Ich muss jetzt erst mal schnell in die Dusche hüpfen und mich stylen. Mama will mir das Haus zeigen, dass Olli und Steffi gestern gekauft haben. Und dann geht's los! Ich muss mein Leben wieder vom Schmutz und Staub befreien!
Und ich werde Xeni noch sagen müssen, dass ich im Januar nicht da sein werde wenn sie kommt. Ein großes Opfer... gerade in dieser Woche wären so viele Dinge angestanden, die mir wichtig sind (das interessiert keinen und ist bezeichnend dafür, warum ich diesen Job nicht mehr machen möchte!). Aber dieses Opfer muss ich bringen.
Alles wird gut.

Alles...

18.12.09 14:01, kommentieren

Betäubt

Betäubt habe ich den Tag heute überstanden, ja, sogar ein wenig genießen können. Aber auch nur so - anders hätte ich es nicht geschafft. Nur dank der Tabletten hat mich die Verzweiflung nicht im Griff, lässt mich nicht permanent ins Schwarze stürzen, weinen und schreien.

Es war ein schöner Tag. Es war so... warm, so herzlich und stimmig. Es war vollkommen. Es wäre mein Glück. Und ich habe es von mir geworfen. Unbedacht, naiv und voreilig. Mein Glück rinnt mir wie Sand durch die Hände und so sehr ich auch will, so verzweifelt ich es auch versuche: Ich kann es nicht festhalten. Und das Schlimmste: Ich bin selbst Schuld!
Das macht mich völlig fertig. Ich habe noch nie einen so großen, schwerwiegenden und weitreichenden Fehler gemacht. Ich bereue es so sehr! Und zum ersten Mal habe ich nicht mehr die leiseste Möglichkeit etwas zu ändern. Mir kann auch niemand helfen. Selbst die nicht, die es gerne täten.
So betäubt kann ich die ganze Tragweite gar nicht fassen. Vielleicht ist das gut so.
Ich kann nicht verstehen wie ich so etwas tun konnte!!
Zweieinhalb Jahre lang litt ich unter meinem Job. Ich lebte nur für die Arbeit, alles was mir wichtig ist musste zurückstecken.
Und dann bekomme ich die einzigartige Chance zu wechseln: Weniger Stress, geregelte Arbeitszeiten,... ein Sechser im Lotto!
Und ich lasse mich aus einer Sentimentalität heraus dazu hinreißen, alles wieder rückgängig zu machen! Ich kann es nicht fassen... es wäre beruflich betrachtet mein größtes Glück gewesen! Die Grundlage dafür um wieder zu arbeiten um zu leben und nicht umgekehrt.
Mir fehlen eigentlich selbst die Worte.

Es sind noch fünf Tage, morgen müssen wir es den Kindern sagen. Dass ich gehe. Ich muss für etwas geradestehen was mich so sehr zur Verzweiflung bringt, dass es mir körperlich weh tut. Und dann werde ich wieder zurück müssen - in die Hölle mit Schichtdienst, ohne ansatzweise pünktlichen Feierabend, mit ständiger Rufbereitschaft und dem Abschied von allen Privatangelegenheiten. Und gleich im Januar muss ich eine Woche wegfahren auf Freizeit nach Tschechien. Ich könnte KOTZEN!!! Ich hasse es!! Und gerade in dieser Woche hätte ich Termine die mir so wichtig wären. Vor allem fliegt Xeni extra in dieser Woche von Großbritannien her. Wir werden uns nicht mal sehen können. Ich habe es ihr noch nicht gesagt. Überhaupt weiß sie noch gar nichts.

In acht Tagen ist Weihnachten. Nicht für mich. Ich habe noch gestern Mittag all meine schöne Weihnachtsdeko im Flug zusammen gesammelt. Für mich gibt es dieses Jahr kein Weihnachten. Mir ist nicht mehr danach.

Ich habe meine Chefin per eMail um ein Arbeitszeugnis gebeten. In ihrer Antwort schrieb sie, dass sie mich nicht versteht, dass ich keinen Realitätsbezug mehr habe und stellt meine Fachlichkeit in Frage.
Ich wollte nie, dass es so kommt. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat.
Ich weiß nur, dass ich nun die Konsequenz für mein falsches Verhalten tragen muss. Ich werde mir eine neue Stelle suchen. Ich weiß, dass das verdammt schwierig wird. Um überhaupt wieder im Kindergarten Fuß zu fassen müsste ich erst mal alle Fortbildungen zum Orientierungsplan auf eigene Faust nachholen.
Am Wochenden muss ich mich intensiv der Zukunftsplanung widmen!
Vor allem muss ich meine Gedanken ordnen. Mir spuken tausend Dinge durch den Kopf. Unter anderem sogar der Gedanke, wieder zu meinen Eltern zu ziehen. Nach über fünf Jahren süßer Unabhängigkeit.

Aber ich habe mir geschworen, dass ich aus meinem Fehler eines gelernt habe: Keine voreiligen Schnellschüsse mehr!
Ich möchte alles sorgfältig durchdenken.
Auch meine fristgerechte Kündigung müsste ich erst Mitte Februar abgeben.

Nun warte ich, bis mich die Betäubung der Tabletten in einen wenigstens scheinbar sorglosen Schlaf führt.
Morgen wird ein furchtbarer Tag. Durch die Info an die Kinder und die Eltern bekommt das Ganze eine letzte, grausame Endgültigkeit.
Manchmal denke ich, ich würde lieber sterben...

 

Warum musste das passieren?
Wofür werde ich bestraft?

 

16.12.09 21:56, kommentieren